Naturraum Friedhof
Führung und Vortrag von Melanie Adamik
Der Friedhof ist ein Ort für Trauer und des Gedenkens
Das er auch ein Ort zur Erholung und ein wertvoller Lebensraum sein kann, zeigte uns die Wildbienenbotschafterin und Naturpädagogin Melanie Adamik am 09.10.2024 in Kehrig.
Sie erklärte uns, wie pflegeaufwendige Flächen zu extensiv gepflegten, blütenreichen Wildblumenwiesen, Wildrosenbeeten umgestaltet werden können. Auch Beete mit pflegeleichten, heimischen Stauden sind möglich. So finden dann bestäubende Insekten das ganze Jahr über Nektar und Pollen.
Lässt man verblühte Pflanzenteile über den Winter stehen bieten sie Vögeln, Schmetterlingen und anderen Tieren einen wichtigen Ort zum Überwintern sowie begehrtes Winterfutter. Leider bieten viele herkömmliche Blumen wie Geranien, Petunien & Co keine Nahrung für Insekten. Sie sehen zwar schön aus, sind aber sehr pflegeintensiv, da sie an heißen Tagen täglich gegossen werden müssen.


Auch Gräber und Grabschmuck lassen sich insektenfreundlich und nachhaltig gestalten. Durch eine angepasste Pflanzenauswahl können Gräber ansprechend bepflanzt werden.. Wildstauden wie z.B die lila blühende „Rapunzel-Glockenblume“ oder der bodendeckende „Kriechender Günsel“ sind hitzeresistent und bieten etlichen Insekten Pollen und Nektar. Zudem müssen sie nach dem Anwachsen so gut wie garnicht mehr gegossen werden. Mit solch einer ganzjährige Staudenbepflanzung spart man nicht nur viel Geld, sondern auch eine Menge Wasser.
Beim Kauf sollte man besonders auf die Herkunft der Pflanzen achten.
Pflanzen sind häufig mit Pestiziden belastet und damit keineswegs bienenfreundlich. Ein aktueller Test des BUND Region Hannover hat ergeben, dass 96 Prozent der 55 getesteten Proben aus Gartenmärkten Pestizide enthalten. (Quelle: BUND)
Zudem sollte man torfreie Blumenerde wählen. Den egal, ob im Garten oder auf dem Balkon: Wer torffreie Erde verwendet, tut damit etwas für den Klimaschutz: Mit der Umstellung auf torffreie Blumenerden könnten hierzulande pro Jahr mind. 400.000 t CO₂ eingespart werden (Quelle: Thünen-Institut).
Die Teilnehmer*innen waren begeistert von dem Vortrag und fanden die Idee der dauerhaften Bepflanzung mit heimischen Stauden toll.
Wir haben Beispielliste mit geeigneten Stauden und einige Tipps zusammengestellt:

Tipps zur naturnahen Grabbepflanzung
- Auf regionale, heimische Stauden achten
- Stauden aus pestizidefreien Anbau verwenden
- Herbizide und Ähnliches sind absolut tabu. (Diese sind auf Friedhöfen meisten sowieso verboten)
- Torffreie Erde verwenden
- Düngen ist nicht nötig
- Wässern fast nur in den ersten Wochen nach der Anpflanzung nötig
- Plastikfreie Grablichter verwenden
- Keine batteriebetrieben Grablichter aufstellen
Bezugsquellen für Stauden und Saatgut:
- Wildblumenliebe
- Wildstauden-Gärtnerei-Strickler
- Naturgartenwelt
- Wildeskraut
- Naturkräutergarten
- Wildpflanzen-Becker
Sonstige Bezugsquellen und Infoseiten
- Grablichter Büngern
- Presto-Humus / Torffreie Erde
- Kraut und Bücher / Der-Friedhof-lebt
- Tausende Gärten-Tausend Arten
- Naturgarten e.V.
- Naturgarten-Verlag

Pflanzen für sonnige, nährstoffarme und magere Standorte
