Campanula patula
Wildpflanze des Jahres 2025
Zur Wahl standen fünf heimische Wildpflanzen, die für bestimmte Wildbienen die Lebensgrundlage bilden. (Quelle: Wildbienenwelt.de)
Die Wiesen-Glockenblume wächst auf feuchten, nährstoffreichen Wiesen und in wilden Säumen, auch im Garten und sogar auf dem Balkon fühlt sie sich wohl. Mit ihren schönen violetten Blüten lockt sie allerlei Wildbienen an. Die Form der Blüten hat die Menschen zu allerlei Namen inspiriert: Glockenblume und Sternblume sind nur zwei davon.


In deinem Garten oder im Topf auf deinem Balkon sorge ich für Farbenfreude. Etwas Geduld solltest du mitbringen. Ich bin nämlich eine zweijährige Pflanze: Im ersten Jahr bilde ich die Blattrosette und im zweiten folgen meine Blüten. Bei Sonnenschein recken sie sich dem Licht entgegen. Bei Regen schließe ich die Blüten dagegen, um so meinen wertvollen Blütenstaub zu schützen. Den schätzen zahlreiche Wildbienen und die möchte ich schließlich nicht enttäuschen.
In der Landwirtschaft findest du mich zwischen grasenden Rindern. Im Frühling und Frühsommer öffne ich hier meine Blüten. Solche bunt blühenden Wiesen sind eine echte Rarität geworden. Denn vielerorts setzen mir die starke Düngung, eine Überweidung oder eine häufige Mahd zu. Da Bioland auf chemisch-synthetische Stickstoffdünger verzichtet und auf die Förderung von extensivem Grünland setzt, fühle ich mich hier wohl. (Quelle: Naturgarten e. V.)
Diese Pflanze gehört auf eine Blumenwiese – das impliziert schon ihr Name: Wiesen-Glockenblume. Der botanische Name Campanula patula kommt von den lateinischen Begriffen „campana“ und „patulus“, die so viel wie „weit geöffnete Glocke“ bedeuten.
Die glockenförmigen Blüten sind mit ihrem hohen Pollengehalt für Insekten, wie auch 33 Wildbienenarten, von hohem Wert. Etwa 12 Wildbienenarten sind sogar auf den Pollen dieser Blumenart spezialisiert. Verschwinden die Pflanzen bei uns, droht der Verlust dieser Wildbienenarten. (Quelle: bienenretter.de)
So z. B. sammelt die Glockenblumen-Scherenbiene den Pollen für ihren Nachwuchs nur auf Glockenblumengewächsen und nah verwandten Gattungen. Sie ist nur 8 bis 10 Millimeter groß und wird oft übersehen. Zum Schlafen versammeln sich manchmal mehrere männliche Scherenbienen in eine Blüte – da kann man sie morgens finden.

Aussathinweis für die Wiesen-Glockenblume (Campanula patula):
Diese zweijährige Art kann gut als Lückenfüller zwischen mittelhohen und niedrigen Stauden in der Sonne ausgesät werden. Wenn die Samen ausreifen und der Standort noch genügend offenen Boden aufweist, erhält sich die Pflanze viele Jahre durch Selbstaussaat.
Aussaat von März bis Juli direkt ins magere bis nährstoffreiche Beet. Die Saat darf nicht abgedeckt werden.
Der Samen der Wiesenglockenblume ist sehr fein.
Keimung nach 20-35 Tagen bei 15-20°C. Die Blüten erscheinen erst im 2. Jahr.